Samstag, 18. Juli 2026

Loket im Böhmerwald

Luftbild Loket in Tschechien

Eine der romantischsten Städte in Böhmen, eingebettet in eine bezaubernde Hügellandschaft. Loket liegt südwestlich vom weltberühmten Kurort Karlsbad, am Rande des Naturschutzgebiets "Kaiserwald", liebevoll vom Fluss Eger umschlungen.
Die Stadt liegt auf einer Höhe von 470 m ü. M. auf einem Granitrücken, der auf drei Seiten von der Eger umflossen wird, daher der Name: loket (deutsch Ellbogen).

Wegen seines Stadtbildes wurde Loket auch oft als Böhmisches Rothenburg gerühmt. Die Stadt ist ein traditionelles Ausflugsziel der Kurgäste von Karlsbad. Der historische Stadtkern mit architektonisch wertvollen alten Häusern steht unter Denkmalschutz.

Die erste schriftliche Erwähnung der Stadt stammt aus dem Jahr 1234. Sie war eine wichtige Grenzfestung und auch ein bedeutender Ort für viele große Persönlichkeiten. Hier nur zwei Beispiele: Karl VI. verweilte auf der Burg Loket, als er bei einer Jagd im heutigen Kaiserwald eine heiße Quelle entdeckte. Der Sage nach entstand so der Kurort Karlsbad. Auch J. W. Goethe besuchte gerne Loket und feierte hier sogar mit seiner heimlichen Liebe Ulrike von Levetzow seinen 74. Geburstag. Und so beschrieb er einen von seinen Besuchen: "Heute waren wir in Ellenbogen, das über alle Beschreibungen schön liegt und sich als ein landschaftliches Kunstwerk von allen Seiten betrachten läßt."

Die Burg: Die imposante gotische Burg Loket wurde im 3. Viertel des 12. Jahrhunderts vom Tschechischen König Vladislav II. gegründet. Im 15. und 16. Jahrhundert war sie im Besitz von Kaiser Sigismund und Graf Schlick, die auf der Burg umfangreiche Renovierungen vornahmen. Von 1822 bis 1947 wurde die Burg vor allem als Gefängnis genutzt. Heute kann man hier neben den ehemaligen Kerkern auch eine interessante Porzellansammlung und die wertvolle Rotunde besichtigen.

Die St. Wenzelskirche: Das barocke Gotteshaus wurde 1734 anstelle einer spätgotischen, 1725 ausgebrannten Kirche gebaut. Die Projekte stammen vom Architekten Wolfgang Braunbocks. Dieser eher einfache Bau verbirgt wertvolles Interieur, insbesondere den Hauptaltar.

Svatosské Felsen: Etwa 7 Kilometer von Loket entfernt findet man in einem romantischen Tal eine Gruppe massiver Felsentürme, auch Hans-Heiling-Felsen genannt. Diese Formation aus Granit steht bereits seit 1933 unter Naturschutz. Auf diesen Ort bezieht sich eine traurige Sage: die Steintürme sollen einen versteinerten Hochzeitszug und ein Schlossgebäude darstellen.

Weblink:

Loket in Tschechien - www.spar-mit.com

Vydra-Tal im Böhmerwald



Zu den schönsten Tälern des Böhmerwaldes zählt das romantische Tal, durch das der Fluss Vydra fließt. Anfangs ist er nur ein kleiner Bach, der sich jedoch zu einem reißenden Fluss mit zahlreichen Granitfelsen, Stromschnellen und Wasserfällen entwickelt. Im klaren Wasser fühlen sich Otter und Forelle sehr wohl.

Unterwegs kann man das steinige, wilde Flussbett bestaunen. Tausende Teiche sind durch Kanäle verbunden, die seit dem 13. Jahrhundert den fetten Fisch liefern, der auf keiner Speisekarte Südböhmens fehlt: Forelle, mit Knödeln und Kraut mit Schmalz.

Ein romantischer Spaziergang am wilden Fluss Vydra. Das Tal, durch das der Fluss Vydra fließt, ist anfangs nur ein kleiner Bach, der sich jedoch jäh zu einem reißenden Fluss mit zahlreichen Granitfelsen, Stromschnellen und Wasserfällen entwickelt. Der Fluss ist nach dem tschechischen Wort für Fischotter (vydra) benannt, was sehr passend ist, zumal diese Tiere nur in klarem Wasser leben.

Weblinks:

Spaziergang in der Umgebung des Flusses Vydra - www.czechtourism.com/de

Tschechien - www.reise-illustrierte.de

Samstag, 4. Juli 2026

250 Jahre Albertina

Albertina

Dürers Hase

Die »Albertina« ist ein Kunstmuseum im Palais Erzherzog Albrecht im Stadtzentrum von Wien. Das kunsthistorische Museum beherbergt eine der bedeutendsten grafischen Sammlungen der Welt mit einem Umfang von ungefähr 65.000 Zeichnungen und über einer Million druckgrafischer Blätter. Der Rahmen der ausgestellten und archivierten Exponate reicht von der Spätgotik bis zur zeitgenössischen Kunst.

In mehreren Ausstellungshallen werden spartenübergreifende Kunstausstellungen abgehalten. Der Name »Albertina« stammt vom Begründer der grafischen Sammlung, Herzog Albert Kasimir von Sachsen-Teschen, Schwiegersohn von Kaiserin Maria Theresia.

Albertina

Herzog Albert von Sachsen-Teschen und seine Gemahlin Erzherzogin Marie Christine legten im Jahr 1776 den bis heute tragenden Grundstein der renommierten und heute nach Albert benannten Grafiksammlung. Ungewöhnlich für die damalige Zeit war die Wertschätzung des Paars von Zeichnungen und Drucken, die sie Gemälden als ebenbürtig erachteten.

Gegen vorherrschende Sammlungskonventionen und traditionelle Gattungshierarchien pflegte das Herzogspaar auch größtes Interesse für die Kunst ihrer Gegenwart. Von der angestrebten enzyklopädischen Vollständigkeit der Sammlung versprach sich Albert eine Förderung zeitgenössischer Künstler.

Die Gründungsurkunde der Kunstsammlung stammt vom 4. Juli 1776. 1795 übernahm Herzog Albert das bis dahin als Palais Taroucca bekannte Gebäude an der Wiener Stadtmauer, das spätere Palais Erzherzog Albrecht, und ließ es seinen Bedürfnissen entsprechend umbauen. 1822, im Todesjahr des Herzogs, wurde die bedeutende Sammlung erstmals der Öffentlichkeit zugängig gemacht.

Die Albertina war früher eine Grafiksammlung. Man erinnert sich: Bevor Klaus Albrecht Schröder 1999 die Albertina übernahm, galt das Haus „nur“ als die „größte graphische Sammlung der Welt“. Schröder machte daraus ein Museum mit Beständen aller Kunstgattungen, das sich auch in Ausstellungen keine thematischen Grenzen setzte - und nun auch noch als „Albertina modern“ permanent in das Künstlerhaus expandieren wird. Dennoch ist ein nostalgischer Blick in die Vergangenheit so schön, wie er nur sein kann – ins 16. Jahrhundert, in die Welt der frühen Radierung.


Weblinks:

Albertina Museum Wien - www.albertina.at

Die Albertina: Der Prado von Wien! - Falkensteiner-Blog - http://blog.falkensteiner.com


Albertina-Literatur:

Gründung der Albertina: Herzog Albert und seine Zeit
Die Gründung der Albertina: Herzog Albert und seine Zeit
von Christian Benedik und Cordula Bischoff

Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung
Die Gründung der Albertina. 100 Meisterwerke der Sammlung
von Klaus A. Schröder