Sonntag, 23. Dezember 2018

Vincent van Gogh verletzt sich am rechten Ohr


Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife (1889)
Selbstporträt mit verbundenem Ohr und Pfeife (1889)

Im Oktober 1888 zog der von van Gogh seit langem erwartete und von ihm tiefvereehrte Künstler Paul Gauguin zu ihm nach Arles. Die beiden lebten und arbeiteten zusammen und beeinflussten sich in ihrer Arbeit. Nach wenigen Wochen kam es zu Spannungen zwischen den beiden Freunden und Gauguin zog während eines Spitalaufenthalts van Goghs aus Arles weg.

In dieser Zeit ist auch die wohl bekannteste Episode des Mythos van Gogh angesiedelt: Am 23. Dezember 1888 kam es zu einer heftigen Auseinandersetzung der beiden Künstler. Während oder nach dem Streit soll sich van Gogh ein Ohr abgeschnitten und dann einer Prostituierten geschenkt haben. Die verlässlichste Quelle für diesen Vorfall ist wohl eine Lokalzeitung aus Arles, diese schreibt am 30. Dezember: "Vergangenen Sonntag, um halb zwölf am Abend , ist ein gewisser Vincent Vangogh, Maler, aus Holland kommend, ins Maison de la Tolerance No.1 gekommen, hat eine gewisse Rachel verlangt und ihr sein [...] Ohr übergeben, indem er sagte: ,Bewahren Sie diesen Gegenstand sorgfältig auf.` Darauf ist er verschwunden."


Vincent van Gogh hat in einem Anfall von Zorn oder Wahn sein Rasiermesser genommen und er verfolgte seinen Freund durch die Gassen der kleinen Stadt Arles. Was dann passierte, wissen wir nicht genau. Aber das Ergebnis ist bekannt, er hat sein Ohrläppchen abgeschnitten, nur das Läppchen, nicht das ganze Ohr, und hat es in ein Taschentuch gelegt.“


Bild: Van Goghs Schlafzimmer in Arles (1888)

„Ich steckte mein Herz und meine Seele in meine Arbeit und habe dabei meinen Verstand verloren.“
― Vincent van Gogh


Van Gogh verbrachte seine Zeit in Arles vom 20. Februar 1888 bis zum 8. Mai 1889.


Im September 1888 zog Van Gogh zieht in das Gelbe Haus und richtete es ein. Nach einem heftigen Streit mit Gauguin schnitt sich van Gogh einen Teil seines rechten Ohres ab. Er wurde ohnmächtig ins Hospital von Arles gebracht. Gauguin reiste unvermittelt ab.

Am 23. Oktober traf Gauguin in Arles ein; schon wenig später war die Beziehung der beiden schwierigen Charaktere von Konflikten belastet. Das Zusammenleben endete genau zwei Monate später mit einem nie völlig geklärten Vorfall, in dessen Verlauf van Gogh sich nach einem Streit mit Gauguin einen großen Teil seines linken Ohres abgeschnitten haben soll, wie Paul Gauguin berichtete. Dieser kommt allerdings auch selbst als Täter in Betracht. Man fand van Gogh am nächsten Morgen, bewusstlos und geschwächt vom Blutverlust. Die Arteria auricularis posterior wurde nach Vincents Brief vom 7. und 8. Januar 1889 durchtrennt, welches den beträchtlichen Blutverlust zur Folge hatte. Gauguin benachrichtigte Theo und fuhr nach Paris.


Der Vorfall gilt als erste Manifestation einer Erkrankung, die damals, wohl fälschlich, als Epilepsie diagnostiziert wurde. Mit wachsender Popularität des Malers stellten Ärzte und Psychologen postum – und ohne abschließendes Ergebnis – anhand von Bildern, Briefen und Aufzeichnungen eine Vielzahl alternativer Diagnosen. Nach Angaben des Patienten waren die Anfälle verbunden mit Wahnvorstellungen, Albträumen sowie Depressionen. Er bekam sie in den ihm verbleibenden eineinhalb Lebensjahren noch mehrmals für Tage oder auch Wochen und sie hinderten ihn am Malen. In den Zwischenphasen war er jedoch klar und leistungsfähig.



Weblinks:

Wo Van Gogh sein Ohr verlor

Van Gogh in der Provence - Arles - www.van-gogh-in-der-provence.de

Arlees countryside - www.fondation-vincentvangogh-arles.org

Literatur:

Van Gogh
Van Gogh
von Ingo F. Walther

Van Gogh
Van Gogh
von Rainer Metzger und Ingo F. Walther

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