Freitag, 17. Februar 2006

Heinrich Heine vor 150 Jahren gestorben

Heinrich Heine


Vor 150 Jahren ist Heinrich Heine am 17. Februar 1856 in Paris gestorben, einer der unbequemsten und am meisten missverstandene Dichter Deutschlands. Heinrich Heine war ein verspäteter Romantiker, dessen dichterischer Inhalt die Romantik wurde.

Heinrich Heine (1797 – 1856) nahm im gesellschaftlichen und literarischen Leben seiner Zeit eine Außenseiterposition ein. Seine wichtigsten Werke entstanden in einer politisch sehr bewegten Zeit, die in die deutsche Literaturgeschichte unter dem Begriff "Vormärz" eingegangen ist. Gemeint ist damit die Zeit vor der ersten bürgerlichen Revolution in Deutschland 1848/49. Unter der Bezeichnung "Vormärz" werden unterschiedliche literarische Strömungen zusammengeführt, ohne dass damit eine Festlegung auf bestimmte literarische Kategorien erfolgt.

Heine war einerseits Nachfahre der deutschen Romantik, andererseits auch deren Überwinder. Er selbst bezeichnete sich als "entlaufenen Romantiker". Politisch distanziert er sich von den radikalen Demokraten und Dichtern des "Vormärz", indem er ihren Zielen die Forderung nach Lebensfreude und ästhetischer Schönheit entgegenstellt.Ein romantischer und ironischer Dichter

Heines Werk lässt sich in drei Phasen einteilen: In seiner Jugend schrieb er Gedichte, die der Deutschen Romantik nahe stehen. 1827 entstand das »Buch der Lieder«. Ausschlaggebend für die Popularität dieser Gedichtsammlung ist der volksliedhafte Charakter dieser Gedichte, von denen viele von Robert Schumann und Franz Schubert vertont wurden.

Ohne Liebeskummer wäre Heinrich Heine ein armer Harry geblieben. Wenige haben über das Ach und Weh in der Brust so zartbitter-präzise Auskunft gegeben wie dieser deutsche Dichter, der als Sohn eines jüdischen Textilkaufmanns 1797 zu Düsseldorf am Rhein geboren ward. Glücklicherweise hatten napoleonische Truppen in Heines Jugend die Stadt am Rhein gerade besetzt. Der Imperator aus Paris sah keinen Grund, warum ein Jude nicht auf eine deutsche Schule gehen sollte.

Ein häufiges Thema ist die aussichtslose, unerfüllte Liebe. Jedoch wird anders als in der Romantik jede übertriebene Gefühlsintensität von Heine parodiert. Sentimentalität und Ironie stoßen aufeinander. Die stimmungsvolle Idylle wird immer wieder ironisch gebrochen.

Heine-Biografie:

Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst
Der Zweck des Lebens ist das Leben selbst
von Jan-Christoph Hauschild

Weblinks:

Heinrich Heine – der „entlaufene Romantiker“ - www.derweg.org

Zum 150. Todestag von Heinrich Heine: Amor im Säurebad - www.spiegel.de/kultur

Heinrich Heine zum 150. Todestag: Der Dichter als Journalist - www.cicero



Heinrich Heine


Freitag, 30. Dezember 2005

Petrowskij-Theater 1780 in Moskau eröffnet

Petrowsskij-Theater

Nach dem Brand des hölzernen Snamenskij-Theaters 1780 wurde das steinerne Gebäude des neuen Theaters »Großes Petrowskij-Theater« genannt, da es an der Straße Petrowka gelegen war.

Das Theater am rechten Ufer der Neglinka wurde in der Rekordzeit von fünf Monaten von dem Engländer Michael Maddox als Teilhaber erbaut. Die erste Vorstellung – der Prolog der „Wandersleute“ von A. O. Ablesimow zur Musik des russischen Komponisten E. Fomin – wurde am 30. Dezember 1780 gegeben.

Neben dem Theater selbst, beherbergte das Gebäude einen Konzert- und einen Maskensaal, die etwas später angebaut wurden. Der Zuschauersaal konnte etwa ein Tausend Personen fassen und war zu jener Zeit eine der größten der Welt. Die Truppe selbst war zu Anfang nicht groß, wuchs aber ständig und wurde durch freie, wie durch leibeigene Schauspieler aufgestockt.

1805 entschied man nach dem Vorbild von St. Petersburg, auch in Moskau eine Theater-Direktion zu gründen. 1806 bekam das Theater den Status des Kaiserlichen Theaters. Doch kurz davor – im Herbst 1805 – brannte das erste Theatergebäude ab.

Die Künstler spielten nach dem Brand auf verschiedenen privaten Bühnen bis 1808 ein neues Theater aus Holz gebaut wurde. Dieses Theatergebäude brannte nieder, als Moskau 1812 vor dem Einzug der Truppen von Napoleon in Brand gesteckt wurde.

Dieses öffentliche Theater, in dem Opern, Ballette und Dramen gespielt wurden, war offen für alle Kunstrichtungen.

Weblinks:

Bolschoi-Theater - Travel2moscow-Portal - de.travel2moscow.com
Bolschoi Theater in Moskau - www.russlandjournal.de

Samstag, 5. November 2005

Guy Fawkes "Gunpowder Plot"

Guy Fawkes "Gunpowder Plot"


Guy Fawkes wollte das englische Parlament in die Luft sprengen und den König töten. Er war ein katholischer Terrorist. Er war ein katholischer Offizier des Königreichs England, der am 5. November 1605 in London ein Sprengstoff-Attentat auf dessen König Jakob I. und das englische Parlament versuchte.

Wenn er in der Nacht des 5. November 1605 nicht im Keller des Westminster-Palastes entdeckt worden wäre, hätte der katholische Offizier das englische Parlament samt dem protestantischen König Jakob I. und die religiösen Würdenträger in die Luft gesprengt.

Der damals 35-Jährige Fawkes hatte unter Feuerholz und Kohlen 36 Fässer voll Sprengstoff deponiert. Fawkes und seine Mitverschwörer wollten mit ihrem "Gunpowder Plot" Rache dafür nehmen, daß ihre katholischen Glaubensbrüder seit der Reformation unter Heinrich VIII. drangsaliert wurden.

Dass der Anschlag nicht gelang, feiern die Briten noch heute jährlich am 5. November mit Feuerwerk und Fackelumzügen. Im Gedenken an das Scheitern des sogenannten "Gunpowder Plot" (der Pulververschwörung) wird alljährlich vielerorts in England (v. a. von Anglikanern) die "Bonfire Night" mit traditionellen Feuerwerken und Fackelzügen veranstaltet.

Mittwoch, 24. August 2005

Ken Hensley 60. Geburtstag

Ken Hensley


Ken Hensley, der langjährige Keyboarder und Organist von »Uriah Heep«, wurde am 24. August 1945 geboren. Er ist einer Mitbegründer der 1970 gegründeten Band. Mit dem Namen Ken Hensley verbindet sich die erfolgreichste Zeit von »Uriah Heep«. Das Allround-Talent Ken Hensley war der musikalische Kopf der Band.

Der Keyboarder brillierte nicht nur an der Orgel, er war auch der Songwriter der Band. Ken Hensley schrieb den überwiegenden Teil der Heep-Songs und er war das poetische Gehirn der Band. Mit seinem aussergewöhnlichen lyrischen Talent, das einmalig in der Rockgeschichte ist, schuf er poetisch eindrucksvolle Meisterwerke.

Seine phantasievolle Lyrik und seine poetische Ader Dickens'schen Ausmasses bildeten die Basis für die erfolgreichen Heep-Songs. Wahrscheinlich hatte er auch mit seiner Lyrik den Geist der damaligen Zeit recht gut getroffen. Er hatte sich ganz gut in der imagniären Zauberwelt der Geister, Zauberer und Dämonen eingerichet. Auf jeden Fall kamen die verklärten und zauberhaften Songs und Geschichten (Tales) aus der imaginären Welt der »Dämonen und Zauberer« beim Publikum immer recht gut an.

Zehn Jahre lang prägte er fortan die Musik von Uriah Heep und setzte dabei musikalische Masstäbe. Unvergesslich sein 16 Minuten-Arrangement des monumentalen Songs »Salisbury«, in dem er das Lied unter Mitwirkung eines Orchesters rein instrumental intonierte und erfolgreich versuchte, Rock und Klassik zu fusionieren. Später sollten noch einige Bombastrock-Werke, wie z.B. »The Spell«, »Pilgrim«, »Choices« folgen.

Ken Hensley nahm zu dieser Zeit auch seine ersten beiden Solo-Alben »Proud Words On A Dusty Shelf« (1973) and »Eager To Please« (1975) auf. Die lyrischen Alben stellen die poetischere Seite von Ken Hensley in den Mittelpunkt.

Im Jahr 1980 verlies Hensley die Band, weil er nicht sonderlich glücklich war über die musikalische Ausrichtung der Gruppe in dieser Zeit. Nachdem er versuchte, eine neue Band zuerst in England zusammenzubringen, ging er später in die USA und spielte einige Gigs in Nord-Amerika in der Band mit dem suggestiven Namen »Ken Hensley Band«.

In 1982 schloss sich Ken der Band »Blackfoot« an, einer Hard-Rock Florida-orientierten Band. Mit ihnen nahm er zwei Alben auf und erreichte wieder einen beachtlichen Erfolg, aber er verlies die Band nachdem der Manager Gary Bron ihn über David Byron's bedauerlichen Tod 1985 informiert hatte. Er hatte gerade zu dieser Zeit seine dritte Solo-Album-LP, »Free Spirit« veröffentlicht.

Weblink:

Ken Hensley - Official Website

Samstag, 20. August 2005

Ottoneum - der erste feste Theaterbau Deutschlands

Ottoneum

Kassel ist eine der traditionsreichsten Theaterstädte Deutschlands. Bereits von 1603 bis 1605 wurde unter Landgraf Moritz das Ottoneum als erster fester Theaterbau Deutschlands errichtet, durch den Hofbildhauer und Architekten Wilhelm Vernuken.

Zuvor hatten die Schauspielaufführungen des Kasseler Hofes im Landgrafenschloss stattgefunden, wobei Moritz ab 1594 englische Schauspielertruppen verpflichtete; sie sollten Komödien und Tragödien "sowohl in Musica Vocali als Instrumentali" aufführen.

Als ältester und erster feststehender Theaterbau Europas, das auch schon Ausstellungsort der documenta war, beherbergt das Ottoneum heute das Kasseler Naturkundemuseum, das 2010 sein 125-jähriges Bestehen feierte.

In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober 1943 zerstörten Brand- und Sprengbomben das zweite Obergeschoss und das Dachgeschoss des Ottoneums. Der Wiederaufbau des Museumsgebäudes begann relativ rasch nach dem Krieg im Jahre 1949.

Weblink:

Der erste feste Theaterbau Deutschlands - www.kassel.de

Mittwoch, 16. Februar 2005

45. Nordische Ski-Weltmeisterschaft in Oberstdorf

Die 45. Nordische Ski-Weltmeisterschaft fand vom 16. bis 27. Februar 2005 in Oberstdorf statt. Der Wintersportort im Allgäu war somit zum zweiten Mal nach 1987 Austragungsort.

Bei der WM wurden 19 Wettkämpfe ausgetragen (12 Skilangläufe, 4 Skispringen und 3 Nordische Kombinationen). Die Skisprung-Wettbewerbe fanden auf der Schattenbergschanze statt, die von der Vierschanzentournee her bekannt ist.

Der Skiclub Oberstdorf erhielt den Zuschlag, die Nordische Ski-WM im Jahr 2005 zu veranstalten und zu organisieren. Aus diesem Grund wurde die Schanzenanlage der Schattenbergschanze grundlegend modernisiert und nach der Einweihung mit dem Vierschanzentournee-Wettbewerb im Jahr 2003 zur "Erdinger Arena" von Oberstdorf, bestehend aus den Schattenbergschanzen K120, K90, K56, K30 und K19.

Weblink:

Schattenbergschanze - www.skisprungschanzen.com

Mittwoch, 8. September 2004

David von Michelangelo 1504 feierlich enthüllt

David Statue von Michelangelo

Der »David« von Michelangelo (1475–1564), zwischen 1501 und 1504 in Florenz entstanden, ist die erste Monumentalstatue der Hochrenaissance und gilt als die bekannteste Skulptur der Kunstgeschichte.

Das Original befindet sich seit 1873 in der »Galleria dell’Accademia« in Florenz. Die Kopie der Statue befindet sich auf der Piazza della Signoria in Florenz.

Die formschöne und jugendhafte Skulptur stellt den biblischen David in dem Augenblick dar, in dem er, die Steinschleuder bereits auf der Schulter angelegt, den Kampf gegen den Riesen Goliath aufnimmt.



Michelangelos Darstellung unterscheidet sich nicht nur in der Größe – die 5,17 Meter hohe Figur wiegt schätzungsweise fast sechs Tonnen – sondern grundsätzlich von früheren Versionen aus der Florentiner Renaissance. Bei ihm ist David vor dem eigentlichen Kampf gegen den Riesen zu sehen.

Sowohl die Bildhauer Donatello und Verrochio als auch der Maler Andrea del Castagno zeigen den jugendlichen Helden mit dem abgeschlagenen Kopf von Goliath.

Die Körperhaltung des David spiegelt die Tugenden der Stadt wieder. Die Mischung aus entspannter Gelassenheit und geistiger Spannung repräsentiert die Macht des Geistes, durch die sich die Stadt gegen die Macht der Waffen behaupten kann.

Eine Kommission wählte 1504 mehrheitlich den Platz vor dem Palazzo Vecchio, dem Sitz der Signoria, als Standort für den fertiggestellten David. Am 8. September wurde die Skulptur dort feierlich enthüllt.

Literatur:

Michelangelo. Das vollständige Werk
Michelangelo. Das vollständige Werk
von Frank Zöllner und Christof Thoenes