Samstag, 21. September 2024

Heine - der erste Berufsschriftsteller


Heine war der erste Berufsschriftsteller in einer Zeit, als die Literatur sich in der Zeit der Restauration von den gesellschaftlichen Kräften zu emanzipieren begann. Der Spötter und Lyriker war der erste moderne Berufsschriftsteller.

Das Verhältnis der Schriftsteller zueinander wird zu Heines Zeit stark geprägt vom literarischen Markt. Sie sind Konkurrentne im Kampf um Öffentlichkeit, Leser und Erfolg, einem Kampf, der über unter Schriftstellern üblichen Rivalitäten weit hinausgeht. Denn für die jungen Autoren der Heine-Generation steht mit dem literarischen Erfolg zugleich die ganze berufliche Existenz auf dem Spiel. Dies läst ihre Fehden so ausufern, macht ihre Polemiken so unerbittlich, ihre Satrire so rücksichtslos und treibt ihre Auseinandersetzugen über das Ökonomische hinaus in weltanschauliche Meinungskämpfe. In ihnen artikulierten sich die verschärdften Interessenkonflikte zwischen den resturautiven Kräften des Feudalsystems und den emanzipatorischen Kräften der bürgerlichen Ordnung.


Der Buchmarkt eröffnet den jungen Schriftstellern nie dagewesene Chancen beim neuen, wenn auch unbekannten Leser. Der Schriftsteller, der nicht mehr durch einen bürgerlichen Beruf noch Mäzenatentum gesichert schreibt, sondern für den freien Markt, ist auf die Gunst des zahlenden Publikums angewiesen. Dadurch entstehen neue Ahbhängigkeiten und Koinkurrenzen zwischen den Autoren und Verlegern, aber auch unter den Schriftstellerkollegen. Diese Interessenkonflikte werden verschäft durch die rigiden Eingriffe des Metternichschen Restaurationsstaates in den Buchmarkt, die Zensaur.

Heine hatte die Folgen der Zensur aus leidvoller Erfahrung heraus erkannt. Vielfach beschrieb er den Dreifrontenkampf, in den ihn die Zensur zwang. Denn Zensur übten nicht nur staatliche Instanzen, sondern unter deren Druck auch die um den Absatz iher Bücher besorgte Verleger, die Schriftstellerkollegen in der Funktion von Redakteueren, Herausgebern oder literarischen Beratern. Sie reagierten auf einen solcherart eingeengten Markt nicht mit Solidarität, sondern mit verschärftem Konkurrenzverhalten.

Heine entwickelt in diesem Kampf eigene Widerstandstrategien. In offenen Briefen setzte er sich mit der preußischen Regierung auseinander, griff seinen Kollegen und nicht zuletzt seinen Verleger Campe an. Ihm warf er fehlenden Druckmut vor, literaturpolitischen Opportunismus und Verrat an die verlegerische Konkurrenz. Er reagiert mit heftigen Angiriffen auf seine Konkurrenten im Literaturbetrieb. S.121


Die Beziehung zwischen Heinrich Heine und seinem Verleger Julius Campe war eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte. Von 1826, als der erste Band der "Reisebilder" bei Hoffmann und Campe erschien, bis zu Heines Tod 1856, hielten sich Verleger und Autor die Treue.

"Campe wusste immer sehr genau, was er bezahlen kann und was er sich nicht leisten kann. Er konnte nicht konkurrieren mit den Großen der Zeit. Campe konnte niemals die Honorare zahlen wie Cotta zum Beispiel, aber er zahlte nicht schlecht. Heine klagte sehr oft, dass Campe anderen Autoren höhere Honorare zahle als ihm, damit hatte er Unrecht. Heine war der bestbezahlte Campe-Autor. Aber es stimmt auch, dass er bei anderen Verlagen sehr viel mehr hätte verdienen können."

Dass Heine dennoch Julius Campe treu blieb, hatte nicht nur mit ihrem freundschaftlichen Verhältnis zu tun. Campe, den Heine einmal den listenreichen "Odysseus des deutschen Buchhandels" nannte, war ein gewiefter Fuchs im Umgang mit der Zensur. Die machte in der Zeit des Vormärz Autoren und Buchhändlern das Leben schwer. Auch wenn ein Manuskript die Vorzensur bestand, konnte das gedruckte Buch immer noch verboten werden. Campe gelang es oft, die drohenden oder bestehenden Verbote auszutricksen: mit fiktiven Verlagsangaben, Verlagerungen von Druckorten etwa ins dänische Ausland und einem ungemein schnellen Vertrieb.

"Was das betrifft, war Campe auf jeden Fall der beste Verleger für einen politischen Autor. Das hätte ein Cotta vielleicht einmal gemacht, aber danach nie wieder, weil der sich nicht angelegt hätte mit den Behörden. Aber Campe war zu jedem Kampf bereit und wenn er einmal einen Autor hatte, so hat er auch alles für den gegeben. Also er hat riskiert, zur Polizei vorgeladen zu werden, ins Gefängnis zu kommen, Strafe zu bezahlen."

Johann Friedrich Cotta galt zu Zeiten des jungen Heine als die Nummer eins unter den deutschen Verlegern. Er genoß als Verleger Schillers und Goethes höchstes Ansehen nicht nur in literarischen Kreisen. Autor bei Cotta zu sein, war der Wunschtraum eines jeden jungen Literaten im Land, zumal Cotta in dem Ruf stand, anständige Honorare zu zahlen.

Weblink:

Einblicke in eine literarische Ehe - www.deutschlandfunk.de

Literatur:

Heinrich Heine: Leben und Werk
Heinrich Heine: Leben und Werk
von Edda Ziegler

Samstag, 14. September 2024

Die italienische Renaissance (E)



Giorgio Vasari, der Begründer der Kunstgeschichte, prägte um 1550 den Begriff »Renaissance«, Wiedergeburt, und benannte damit eine Kunstepoche, deren Anfänge im Italien des mittleren 14. Jahrhunderts liegen.

Gemeint war die »Wiedergeburt« der antiken Kunst. In Ablehnung der vorherrschenden Gotik verstand sich die Renaissance-Kunst nicht als Kopie des klassischen Altertums, sondern orientierte sich am Geist und Schönheitsideal der griechisch-römischen Antike. Man versuchte, eine umfassende Harmonie zwischen Göttlichkeit und Menschsein im Diesseits herzustellen. Vor allem der Mensch gewann einen neuen Stellenwert innerhalb der Schöpfung und wurde allein darstellungswürdig.

Die Epoche der Renaissance, die sich auf den antiken Geist zurück besann, stellte den Menschen als Individuum in den Mittelpunkt – die mystisch-geistig orientierte Formensprache des Mittelalters wurde abgelöst von einem weltlichen, mathematisch-wissenschaftlichen Ordnungsprinzip. Die Studien antiker Vorbilder warf die Frage nach dem Wesen der Schönheit auf, die man in der Darstellung des menschlichen Körpers mit idealen Maßen und Proportionen verwirklicht sah. Diese wissenschaftliche Erfassung des Menschen fand seinen Niederschlag in Albrecht Dürers theoretischer Schrift „Vier Bücher von menschlicher Proportion“.

Der Blick des Künstlers galt der Individualität und Anatomie, der perspektivischen Konstruktion des Bildraumes ebenso wie dem Naturstudium. Mit Raffael und Michelangelo erlangte die italienische Renaissance ihren Höhepunkt. Baukunst, Malerei und Skulptur vereinten sich in der kurzen Phase von etwa 1490 bis 1520 zu einer souverän wirkenden Gesamtkraft.

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Renaissance und Barock – Ordnung und Bewegtheit - www.wissen.de

Donnerstag, 5. September 2024

Caspar David Friedrich 250. Geburtstag

Caspar David Friedrich

Caspar David Friedrich wurde vor 250 Jahren am 5. September 1774 in Greifswald geboren. Der Maler gilt als bedeutendster Maler und Zeichner der deutschen Früh-Romantik, die er zusammen mit Philipp Otto Runge wie kaum ein anderer Künstler beeinflusste.

Caspar David Friedrich zählt zu einem der bedeutendsten Maler und Zeichner der deutschen Früh-Romantik. Seine Werke haben häufig Natur- und Landschaftsdarstellungen zum Gegenstand. Die Natur besitzt darin oft einen metaphysisch-transzendenten Charakter.

Friedrich verkörperte den typischen Romantiker: Er war eher introvertiert, weltscheu, naturverbunden und religiös. Seine Bilder werden oft als melancholisch interpretiert: Seine Gedanken kreisten demnach oft um Sein, Vergehen und Werden.

Der bedeutendste Maler der deutschen Romantik war ein introviertierter zu Depressionen neigender Mensch. Seine stimmungsvollen Landschaftsbilder strahlen oft auch eine große Einsamkeit aus. Nacht, Nebel, Schnee und Eis sind wiederkehrende Motive.

Caspar David Friedrich gilt als Vorzeigemaler der deutschen Romantik und Patriot zugleich. Er wandte sich gegen die Napoleonischen Fremdherrschaft, sowie gegen die spätere Restauration und die daran anschließende Herrschaft Metternichs.


Neben Willliam Turner ist auch Friedrich ein Meister des Lichts. Friedrich malte stimmungsvolle Seelenlandschaften. Viele seiner Bilder stellen jenes propagierte Idyll der Romantik da, aber auch sakrale, aufrührerische, und zutiefst melancholische Motive sind vertreten. Seine Werke haben häufig Natur- und Landschaftsdarstellungen zum Gegenstand, die Natur hat darin oft einen metaphysisch-transzendenten Charakter.

Caspar David Friedrich starb am 7. Mai 1840 in Dresden.
Weblink:

Frühromantik - Wikipedia.org

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Mittwoch, 4. September 2024

Leonard Cohen 90. Geburtstag

Leonard Cohen

Leonard Cohen wurde vor 90. Jahren am 4. September 1934 in Montral geboren. Leonard Cohen war der letzte Song-Poet der Popkultur und eine der schillerndsten Figuren der Musikszene. Der melancholische Songwriter hat ganze Generationen beeinflusst. Mit seinen melancholischen Songs wie "Suzanne", "Bird On A Wire" oder "Hallellujah" hat der Sänger mit der tiefen Stimme und dem sparsamen Gitarrenspiel Musikgeschichte geschrieben.

Mit melancholischen Songs wie "Suzanne" oder "Bird On A Wire" wurde er ab Mitte der 1960er Jahre schnell zur Kultfigur der Beat-Generation. Inzwischen avancierte er zu einem der anerkanntesten Songwriter der Pop-Geschichte und gilt als Rocklegende.

Zunächst wurde er durch Gedichte und Romane bekannt. Erst im Alter von 32 Jahren fing der spätberufene Sänger an, Musik zu machen. 1956 erschien sein erster Gedichtband, weitere folgten. 1967 kam Cohen nach Amerika, wohnte im legendären Chelsea Hotel, wo er Janis Joplin und die Größen der Beat-Szene (Kerouac, Ginsberg, Corso, Burroughs u.a.) traf. Die Musikkritik sah in ihm einen zweiten Bob Dylan. Seine melancholisch anmutenden Lieder wurden viele Male z.B. von Johnny Cash, Judy Collins, Joe Cocker, Sting u.a. erfolgreich gecovered.

Greatest Hits
Kurz vor Leonard Cohens 75. Geburtstag erschien das ultimative "Greatest Hits"-Album des großen Musikpoeten erscheinen. Die 17 Songs der CD vereinen alle großen Erfolge aus mehr als 40 Jahren. Darunter sind natürlich auch unvergessene Songs wie "Suzanne", "So Long, Marianne", "Sisters Of Mercy", "Bird On The Wire", "Chelsea Hotel No. 2", "Hallelujah" oder zum Beispiel "First We Take Manhattan".

Die 17 Meisterwerke des Melancholikers, der zeitlebens gegen Depressionen kämpfte, sind filigran gearbeitet und sauber instrumeniert. Sie betrauern den Niedergang einer Zivilisation, der es an Ruhe und Nachdenklichkeit fehlt. Die Songs und Texte des "Greatest Hits"-Albums verdeutlichen, warum der Lyriker, Romancier und Singer/Songwriter von so vielen Kollegen verehrt wird. Leonard Cohens Songs wurden bis heute mehr als 1.300 mal gecovert.

Weblinks:

Leonard Cohen.com - Offizielle Webseite - www.leonardcohen.com

Poet der dunklen Gefühle - Kulturzeit

Musik:

Greatest Hits
Greatest Hits
von Leonard Cohen

Samstag, 10. August 2024

Die Architektur von Schloss Neuschwanstein


Das Schloss Neuschwanstein steht oberhalb von Hohenschwangau bei Füssen im südöstlichen bayerischen Allgäu. Der Name Schwanstein kommt von der Burg über dem Ort an der Stelle des heutigen Schlosses Hohenschwangau, die in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts beim Neubau von Hohenschwangau abgebrochen wurde.

Der Bau der Gralsburg wurde ab 1869 für den bayerischen König Ludwig II. als idealisierte Vorstellung einer Ritterburg aus der Zeit des Mittelalters errichtet. Als Erstes wurde 1873 der Torbau fertiggestellt, in dem Ludwig II. jahrelang wohnte. Erst 1880 war Richtfest für den Palas, der 1884 bezogen werden konnte.

Zum Bau einer romantisierenden Burg „im echten Styl der deutschen Ritterburgen“ – so Ludwig II. im Mai 1869 in einem Brief an Richard Wagner – wurde der König nicht nur durch die schon älteren Pläne seine Vaters, sondern vor allem durch den Besuch der Wartburg im Jahre 1867 zusammen mit seinem Bruder Otto. Sie lieferte besonders für das Ritterbad und den Sängersaal die Vorbilder für die Entwürfe. Andere Vorbilder sind in der maurischen Architektur Spaniens und der Sagenwelt der Opern Richard Wagners zu suchen; hier lieferten Eduard Riedel und Christian Jank die Entwürfe.

Das oftmals als „Märchenschloss“ bezeichnete Neuschwanstein ist das berühmteste der Schlösser Ludwigs II. und eine der bekanntesten Sehenswürdigkeiten Deutschlands. Das Lieblingsschloss von König Ludwig II. ist eine Ritterburg des Mittelalters, ein Traumgebilde, in das phantasievoll Themen aus den Opern Wagners eingewoben sind, ein Gesamtkunstwerk, das offenbar geheime Sehnsüchte einer Zeit und seines Herrschers anspricht. Das Schloss des Märchenkönigs wird jährlich von etwa 1,5 Millionen Touristen besucht.

Die Architektur und Innenausstattung des märchenhaften Schlosses sind vom romantischen Eklektizismus des 19. Jahrhunderts geprägt. Das Schloss gilt als ein Hauptwerk des Historismus. In keinem Bauwerk ist die Epoche des Historismus so vollkommen realisiert wie im Schloss Neuschwanstein.


Weblinks:

Schloss Neuschwanstein | Idee und Entstehung | Historismus - www.neuschwanstein.de

Schlossanlage – Schloss Neuschwanstein | König Ludwig II ... - www.koenig-ludwig-schloss-neuschwanstein.de

Die Architektur unter Ludwig II. in München: Im Rausch des ... - www.tagesspiegel.de/kultur/


Cagnes-sur-Mer

Cagnes-sur-Mer

Was heute gilt, das galt auch in vergangenen Jahrzehnten schon und so ist es kein Wunder, dass die Provence mit ihren kleinen geschichtsträchtigen Orten immer auch das Ziel von Künstlern und später auch von Kunstliebhabern gewesen ist. Ganz besonders trifft das auf Cagnes-sur-Mer zu.

Die kleine Stadt ganz in der Nähe von Nizza, die inzwischen fast so etwas wie ein Vorort der mondänen großen Schwester an der Côte d’Azur geworden ist, beherbergt das letzte Wohnhaus des weltberühmten impressionistischen Malers Auguste Renoir. Das ist allerdings nicht der einzige Grund, warum Cagnes-sur-Mer eine unbedingte Urlaubsempfehlung ist. Sei es als Basis für einen Provenceurlaub oder aber als Ausflugsziel, wenn man seine Zelte woanders aufgeschlagen hat – so oder so sollte Cagnes-sur-Mer ein Muss für jeden Provencebesucher sein.

Von der Stadt aus gibt es einen direkten Zugang zum Mittelmeer, sondern auch ins Hinterland mit vielen lohnenden und gut zu erreichenden Ausflugszielen. Cannes und St. Tropez, die Parfümstadt Grasse sowie die beiden großen Nationalparks der Region mögen dafür als hochkarätige Beispiel genügen. Doch warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute so nah ist? Auf geht es also zu einer

Wenn sich Sonne und Landschaft auf ein Picknick verabreden - dann im Süden Frankreichs!

Weblink:

Cagnes-sur-Mer – Ein Sommertraum mit künstlerischem Anspruch





Saint-Paul-de-Vence – der romantische Ort der Künstler

Das Künstlerdorf Saint-Paul de Vence

Das Künstlerdorf Saint-Paul de Vence liegt in den französischen Seealpen im Hinterland der Cote d'Azur. Saint-Paul-de-Vence ist eine Stadt mit dem Charme eines Dorfes, die sich im äußersten Südosten Frankreichs im Department Alpes-Maritime befindet.

Das malerisch auf einer Anhöhe einem grünen Hügel gelegene Dorf hat mit seinem engen Gassen schon immer Künstler und berühmte Gäste wie Matisse, Calder und Picasso magisch angezogen. Viele Künstler haben sich mit ihren Arbeiten in dem Dorf verewigt, welches im Sommer Scharen von Touristen anlockt.

Malerische Gassen, bunt lackierte Fensterläden, efeuumrankte Häuser, bepflanzte Blumenkübel und das alles auf einer netten Anhöhe, die einen wunderbaren Ausblick verspricht. Saint-Paul-de-Vence ist ein Ort, der zum Träumen einlädt und der bereits viele Künstler beherbergte, die sich von der märchenhaften Stimmung in der Stadt in der Region Provence-Alpes-Côte d’Azur bezaubern ließen und dort wohl auch die ein oder andere Inspiration erhielten.

Weblink:

Saint-Paul-de-Vence – der romantische Ort der Künstler - www.provence-info.de

Havanna: Lässige Stadt mit Rhythmus im Blut


Havanna, die "Perle der Karibik", ist Lässige Stadt mit Rhythmus im Blut. Die in der Stadt lebenden Menschen lieben es, ihr Leben zu feiern. Die Liebe zur Musik und zum Tanz ist auf Schritt und Tritt in all den hiesigen Kabaretts, Clubs und bei Straßenaufführungen spürbar. Es ist kein Zufall, daß einige der besten Tanzgruppen und Ballettschulen der Welt in Havanna ansässig sind. Nur wenige Kilometer davon entfernt, erstreckt sich die Küstenlinie Havannas mit all ihren Bilderbuchstränden und unberührten Korallenriffen.

Die Stadt unterlag in Laufe der Geschichte ganz unterschiedlichen Einflüssen. In der Altstadt lassen sich alle historische Einflüsse an den Baustilen der Gebäude ablesen. Viele dieser Sehenswürdigkeiten spiegeln das unbeschwerte Lebensgefühl der Kubaner maßstabsgetreu wider. Andere Attraktionen unterstreichen die wichtige Rolle der Historie der Stadt, ohne die Havanna nicht der Touristenmagnet wäre, der er heute ist.

Im 20. Jahrhundert erfuhr die Habana - wie die Stadt auf spanisch heißt - ihre einschneidendsten Veränderungen. Millionen von Touristen strömten aus den USA hierher. Die Metropole wurde zum „karibischen Sündenbabel“ und zu einer Hochburg der Mafia. Deshalb verordnete ihr Fidel Castro 1959 nach dem Sieg der Revolution einen radikalen Kurswechsel.



Havanna will sich im Jahr seines 500-jährigen Bestehens von der Schokoladenseite zeigen. Dazu sind Dutzende von Projekten aufgelegt worden. Am ambitioniertesten ist der Kultur-Boulevard, zu dem die drei Kilometer lange Línea, die Hauptstraße im Vedado, einem der besseren Viertel, umgestaltet wird. Skulpturen wurden aufgestellt, Radwege angelegt, Häuser koloriert und das ehemalige Eisenbahndepot zu einem Kulturzentrum ausgebaut.

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Havanna: Lässige Stadt mit Rhythmus im Blut - www.ab-in-den-urlaub.de

Sehnsuchtsort Hiddensee

Hiddensee

Hiddensee, der Insel Rügen westlich vorgelagert, ist innerhalb des Nationalparks Vorpommersche Boddenlandschaft die größte Insel. Ihre Hauptachse liegt in Nord-Süd-Richtung. Sie ist etwa 16,8 Kilometer lang, an der schmalsten Stelle etwa 250 Meter und an der breitesten etwa 3,7 Kilometer breit. Die Insel unterteilt sich in einen hügeligen, über 70 Meter hohen Nordteil (Dornbusch, höchster Punkt ist der Bakenberg mit 72,7 m ü. NHN), eine Dünen- und Heidelandschaft im zentralen Abschnitt (Dünenheide) und einen flachen, nur wenige Meter hohen Südteil.

Hiddensee, eine langgestreckte Insel westlich von Rügen, gilt als "Capri des Nordens". Die kleine Insel ist ein Sehnsuchtsort. Künstler wie Gerhart Hauptmann, Asta Nielsen, Joachim Ringelnatz, Albert Einstein, Gustav Gründgens und Thomas Mann machten die Insel berühmt.

Hiddensee war ein Ort, zu dem man flüchtete, aber auch ein Ort, von dem man flüchtete, und ein Ort, auf dem Flucht verhindert wurde.

Zu Zeiten der DDR war die Insel eine Nische für Andersdenkende und Aussteiger. Für Menschen, die dem Alltag der DDR und den Repressalien, unter denen sie litten, ein paar Tage entfliehen wollten.

Lutz Seiler schreibt in seinem Buch „Kruso“: „Wer hier in Hiddensee ist, hat das Land verlassen, ohne die Grenze zu überschreiten.“


Immer wieder kehrte Gerhart Hauptmann zur Ostsee-Insel Hiddensee zurück. Hier fand er seine Ruhe zum Schreiben.
Hauptmanns Liebe erstreckte sich auf die Landschaft von Hiddensee. Zu den Einheimischen hatte er kaum Kontakt.

Der schlesische Dichter aus dem sagenumwobenen Riesengebirge Gerhart Hauptmann starb am 6. Juni 1946 in seinem Landsitz in Agnethendorf. Seine letzte Ruhestätte fand der grosse schlesische Schriftsteller auf seiner Sommerresidenz auf der Ostsee-Insel Hiddensee.

Am 28. Juli 1946 wurde Gerhart Hauptmann auf dem Friedhof in Kloster (Insel Hiddensee) begraben.
Ein Gedenkstein wurde genau fünf Jahre später, am 28. Juli 1951 enthüllt. Seine letzte Ruhestätte fand der grosse schlesische Schriftsteller auf seiner Sommerresidenz auf der Ostsee-Insel Hiddensee.


Weblinks:

Sehnsuchtsort Hiddensee

Gerhart Hauptmann

Die Künstlerkolonie Ahrenshoop

Ahrenshoop

Die Künstlerkolonie Ahrenshoopist ein neuer Leuchtturm in der Museumslandschaft Mecklenburg-Vorpommerns. Mit über 800 Werken aus der Künstlerkolonie Ahrenshoop und den folgenden 125 Jahren Kunstgeschichte auf Fischland/Darß und Umgebung repräsentiert das Museum in variierenden Sammlungsausstellungen das facettenreiche Kunstgeschehen.

Namhafte – aber auch vergessene – KünstlerInnen der wesentlichen Strömungen moderner deutscher Kunst sind hier vertreten. Wechselnde Sonderausstellungen, vielfältige Veranstaltungen wie Kunst-Kino, Lesungen, Konzerte und umfangreiche Angebote für Kinder und Familien machen das Museum zur kreativen Begegnungsstätte.

Das Haus besticht auch durch seine einzigartige, mehrfach ausgezeichnete Gebäudearchitektur sowie prämiertes Lichtdesign und ist ein Muss für alle, die sich für die Kunst des 20. Jahrhunderts und moderne Architektur interessieren.

Müller-Kaempff: »Abendstimmung am Darß«, 1898
Müller-Kaempff: »Abendstimmung am Darß«, 1898

Anfang der 1880er Jahre entdeckten die mecklenburgischen Maler Carl Malchin und Anna Gerresheim das pommersche Fischerdorf Ahrenshoop.

Der in seiner Abgeschiedenheit und Armut damals vom modernen Leben wie ausgesparte Ort faszinierte die Maler durch seine einzigartig spröde Aura. Mit Paul Müller-Kaempff und Anna Gerresheim siedelten sich 1892 die ersten Künstler hier an.

1892 baute sich Paul Müller-Kaempff (1861-1941) in dem damals noch einsamen Fischerdorf ein Haus und legte den Grundstein für die Künstlerkolonie, deren Jubiläum vom 25. März an bis in den Oktober hinein gefeiert wird.

Dutzende Künstler fanden dort die Muße, die Umgebung und das passende Licht für ihr Wirken. Zur Gründergeneration gehörten etwa Anna Gerresheim (1852-1921), Elisabeth von Eicken (1862-1940) und Carl Malchin (1838-1923) - klingende Namen für Kunstinteressierte.

Ronda - eine der schönsten Städte Spaniens



Ronda ist eine Stadt mit einer einzigartigen Lage auf einem Felsplateau im andalusischen Hinterland. Weiß getünchte Häuser liegen malerisch einem Felsplateau. Ronda ist ein bei Touristen sehr beliebter Ferienort. Als Rainer Maria Rilke im Dezember 1912 in das Städtchen Ronda im andalusischen Hinterland kam, war er auf Anhieb verzückt. Der Dichter Rilke nannte Ronda aufgrund seiner einzigartigen Lage »die geträumte Stadt«.

Ronda liegt hoch auf einem mächtigen Felsplateau, geteilt durch eine 160 m tefe, schwindelerregende Schlcuht. Überspannt wird die bis zu 90 m breite Kluft durch zwei Brücken, wobei die vierbogige Puente Nuevo auf 150 m hohen Säulen den gewaltigsten Bogen zwischen den beiden Stadtteilen spannt. Unterhalb der malerisch geleenen Stadt befinden sich Weinberge aif einer Hanglage.


Unter den vielen hervorragenden Sehenswürdigkeiten ist Spaniens älteste Stierkampfarna, die Plaza de Toros, das grandioseste. Die Arena wurde 1785 erbaut. Zwei Sitzplatz-Arakdengänge werden von hunderten zierlichen Säulen getragen und umruden die Arena.

Die legendäre Stierkampfarena, die 1785 im spätbarocken schlichten Stil erbaut wurde und als eine der ältesten, zugleich schönsten in Spanien gilt. Ronda ist für den Stierkampf ein geradezu mythischer Ort.

Schön ist auch die weitläufige Plaza del Sorocco mit ihren wunderschönen Palästen und vornehmen Stadthäusern. Auf dem höchsten Punkt der Stadt befindet sich die Kirche Santa Maria. Schräg gegenüber befindet sich das Rathaus, eine ehemalige Garnison. Schatten finden die Besucher in der Parkananlage unter Bäumen.


Da ist der verführerische Gartenpark im "Reina Victoria", wo man 1966 Rilke ein Denkmal gesetzt hat. Er führt direkt an die beeindruckende Tajo-Schlucht heran. Und gibt diesen weiten Blick frei auf eine aufregend zerklüftete Berglandschaft. Das Rilke-Denkmal im Rücken, fällt es nicht schwer, den in sich gekehrten Dichter in seinem hellen Dreiteiler regelrecht vor sich zu sehen, an diesem Ort für Übungen in mondän-geistiger Versenkung. Ganz so empfindet es diese deutsche Besucherin.

Rilkes bis heute existierendes Hotel mit dem klingenden Namen "Reina Victoria" ist jetzt ein 4-Sterne-Etablissement, natürlich modernisiert. Bis vor Kurzem hatte man Rilkes Zimmer im Originalzustand konserviert. Die letzte Modernisierung vor einigen Jahren hat das Mini-Museum allerdings nicht überlebt. Geblieben ist ein stilisierter Raum im Hotelfoyer: ein paar Möbel aus der Rilke-Zeit, Buchausgaben in mehreren Sprachen, Faksimiles und Porträts sind da zu besichtigen.

Später war auch Ernest Hemingway hier und hat im "Reina Victoria" genächtigt, und die Urne mit Orson Welles´ sterblichen Überresten ruht seit 1987, seinem Wunsch gemäß, ganz in der Nähe von Ronda auf der Finca eines Stierkämpfers, mit dem der Filmemacher befreundet war.

Weblink:

Andalusisches Refugium - Mit Rilke in Ronda - Deutschlandfunk - www.deutschlandfunk.de

Dienstag, 23. Juli 2024

Emil Jannings 140. Geburtstag


Emil Jannings, eigentlich Theodor Friedrich Emil Janenz wurde am 23. Juli 1884 in Rorschach, Schweiz geboren. . Emil Jannings war ein deutscher Schauspieler. Er erhielt den ersten Oscar überhaupt und ist gleichzeitig der bislang einzige Deutsche, der als bester Hauptdarsteller ausgezeichnet wurde.

Deutscher Schauspieler. Jannings verkörperte in seinen Filmrollen sensible und dennoch scheiternde Figuren. Emil Jannings nahm Schauspielunterricht bei Max Reinhardt. 1914 wurde er mit dem Film "Arme Eva" bekannt. Ab 1916 spielte er unter der Regie von Ernst Lubitsch, dessen Film "Madame Dubarry" ihn 1919 in den USA bekannt machte. Er spielte in den Murnau-Filmen "Tartüff" (1925) und "Faust" (1926). In Hollywood drehte er unter anderem "The Last Command" (1928) und bekam als erster Schauspieler den Oscar. Jannings spielte 1930 im ersten deutschen Tonfilm "Der Blaue Engel" seine bekannteste Rolle. Während des Zweiten Weltkrieges spielte er in Propaganda-Filmen mit und übernahm 1940 die Leitung der UFA. Von den Alliierten wurde er nach dem Krieg mit Arbeitsverbot belegt.

Emil Jannings strab am 2. Januar 1950 in Strobl, Österreich.

Samstag, 20. Juli 2024

Die Liebermann-Villa am Wannsee

Der Rosengarten in Wannsee

»Der Rosengarten in Wannsee« von Max Liebermann. Öl auf Leinwand, 63 x 90 cm.

Max Liebermanns Sommervilla am Berliner Wannsee - das deutsche Pendant zum französischen Giverny
»Der Rosengarten in Wannsee« ist der Garten der 1909 von Liebermann erworbenen Villa in Berlin-Wannsee.

Max Liebermann (1847-1935) konnte 1909 eines der letzten Seegrundstücke am Großen Wannsee erwerben.
Bereits 1909 hatte Liebermann ein Grundstück am Ufer des Wannsees erworben. Dort ließ er sich nach Vorbildern Hamburger Patriziervillen durch den Architekten Paul Otto August Baumgarten einen Landsitz errichten.

Die Liebermann-Villa, die dieser im Sommer 1910 erstmals bezog, nannte er sein „Schloss am See“. Darin fühlte sich Liebermann wohl und genoss besonders seine persönliche Gestaltung. Besondere Freude bereitete ihm der große Garten, der von ihm und Alfred Lichtwark entworfen wurde und als Sujet Eingang in zahlreiche Spätwerke Liebermanns fand.


Die Sommerresidenz wurde Liebermanns ländliches Refugium, in das sich der vielbeschäftigte Maler gerne zurückzog. Als der Erste Weltkrieg die alljährliche Studienreise nach Holland unmöglich machte, wurde die Wannsee- Villa zum ständigen Aufenthaltsort im Sommer. Dort entstanden bis Anfang der 30er Jahre über 200 Studien und Gemälde des Gartens, die Liebermann auf dem Höhepunkt seiner Auseinandersetzung mit der Natur zeigen.

Der Künstler Max Liebermann verkörpert ein Stück deutscher Zeitgeschichte der Gründerjahre, an dessen künstlerischem Werdegang sich die Um- und Aufbrüche, die Auseinandersetzungen, Kämpfe, Fehden und Triumphe im Ringen um die Kunst der Moderne am Übergang vom 19. zum 20. Jahrhundert exemplarisch ablesen lassen.


Literatur:

Im Garten von Max Liebermann

Im Garten von Max Liebermann von der Hamburger Kunsthalle

Video:

Die Liebermann-Villa am Wannsee- YouTube

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker

Badisches Landesmuseum

Die Etrusker bestimmten als eine der frühen Hochkulturen Italiens das Schicksal des westlichen Mittelmeerraums vom 10. bis zum 1. Jahrhundert v. Chr. Die Etrusker, die Tusci, haben der „Toskana“ ihren Namen gegeben. Vermutlich wanderten sie aus Kleinasien in das Gebiet der heutigen Toskana ein, aber sicher weiß man das nicht. Fest steht hingegen, dass dieses Volk schon 1.000 Jahre vor Christus eine hoch entwickelte Kultur hatte. Ein Volk, das 600 Jahre vor Christus fast das gesamte westliche Mittelmeer beherrschte, 200 Jahre später sang- und klanglos in die römische Gesellschaft integrierte und damit verschwand.

Das geheimnisvolle Volk der Etrusker hat der Forschung eine Reihe von bis heute ungelösten Rätsel gestellt. Ihre Sprache zählt zu den untergegangenen, jedoch schriftlich überlieferten altmediterranen, nicht-indoeuropäischen Idiomen. Als gesprochene Sprache starb das Etruskische zwar zu Beginn der Zeitenwende aus, wurde jedoch von den Haruspices (Sehern) als Ritualsprache noch bis in das 5. nachchristliche Jahrhundert hinein gebraucht. Sie ist mit keiner modernen Sprache der Welt verwandt, weist jedoch eine Nähe zu zwei antiken Sprachen, dem auf der ägäischen Insel Lemnos gesprochenen Lemnischen und dem Rätischen in Norditalien auf.

Die Etrusker

Die Etrusker

Über die Herkunft der Etrusker gibt es verschiedene Theorien. Während die eine sie als Einwanderer sieht, die nach 1000 v. Chr. aus dem kleinasiatischen Lydien auf die Apenninenhalbinsel immigriert sind, wird sie von einer anderen als authochtone Bevölkerung betrachtet, die sich aus der früheisenzeitlichen Villanova-Kultur entwickelt hat. Da die Träger der etruskischen Kultur ursprünglich nicht einer ethnischen Einheit angehörten, wird nach dem heutigen Wissensstand eine Synthese aus beiden Theorien als höchst wahrscheinlich angesehen: Eine alt-mediterrane Volksschicht entwickelte bis um 1.000 v. Chr. eine sesshafte Bauernkultur, in welche fremde Volkselemente sowohl aus dem Osten (phönizische Seefahrer) als auch aus dem Norden (indogermanische Italiker) eindrangen.

Die so entstandene Villanova-Kultur wurde durch eine Schicht von Einwanderern aus Kleinasien überlagert, was durch die Genforschung bestätigt werden konnte. Aus der Vermischung mit der lokalen Bevölkerung entwickelte sich das etruskische Volk. Die Eigenbezeichnung der Führungsschicht, die sich selbst [gem. Herodot nach ihrem legendären Anführer] als Rasenna (etrusk.-griech.: Tyrsenoi/Tyrrenoi/ = Gefolgsleute des [Ra]sen[na]) bezeichnete, sollte schließlich zur Bezeichnung des gesamten Kulturvolkes werden, das von den Lateinern als Etrusci/Tusci bezeichnet wurde.

Die bildliche Darstellung der etruskischen Götter und ihre Verehrung in Tempeln geht, ebenso wie die etruskische Schrift auf griechische Vorbilder zurück. Die etruskische Kultur blühte vom 7. bis 2. vorchristlichen Jahrhundert in einem Gebiet, das heute als Toskana bezeichnet wird. Das Etruskertum griff jedoch auch auf die benachbarten Gebiete über, so zwei der ersten sieben Könige Roms etruskischer Herkunft waren.

Mit der Lex Julia de civitate (90 v. Chr.) wurde zwar die Unterwefung unter Rom besiegelt und die Lateinisierung des etruskischen Bereiches eingeleitet, sie führte jedoch auch zur Einmündung des etruskischen Geistes in die römische Kultur, die ohne entsprechende Vorleistungen ein anderes Anlitz bekommen hätte.

Weblinks:

Die Etrusker - Weltkultur im antiken Italien - www.landesmuseum.de

Etrusker - YouTube

Etruskische Geschichte: Niedergang der Etrusker - YouTube

Die Etrusker - Wegbereiter des antiken Rom - YouTube


Literatur:

Die Etrusker
Die Etrusker
von Friederike Bubenheimer-Erhart

Goethe und Schiller - erstes ausführliches Gespräch

Goethe Schiller-Denkamal im Weimar

Die Geschichte zwischen Goethe und Schiller ist die Geschichte einer Männerfreundschaft zweier Dichternaturen, welche die Periode der deutschen Klassik bereichern sollte. Goethe und Schiller, die beiden ungleichen Persönlichkeiten, näherten sich langsam aneinander an, beschnupperten sich quasi, beäugten sich zunächst misstrauisch und fanden schließlich Gefallen aneinander. Daraus entstand eine der produktivsten Freundschaften der Geschichte.

Das erste ausführliche Gespräch führten die beiden am 20. Juli 1794 in Jena. Nach dem ersten Treffen folgt bald das zweite und dann, als wäre ein Damm gebrochen, strömen die gemeinsamen Ideen und Projekte hervor. Schließlich übersiedelt Schiller, der zuvor eine Professur an der Universität Jena innehatte, endgültig nach Weimar.


Dass die beiden Dichter-Naturen sich überhaupt zusammenfanden und wie sie es taten, ist eines der großen Rätsel, denn sie hätten nicht unterschiedlicher sein können: der ewig kränkelnde Schiller und die robuste Natur Goethe, der eine von Seelenfeuern und Tabak und vom Geruch fauler Äpfel vorwärtsgetrieben, der andere in sich ruhend, Geheimer Rat und Naturforscher und Dichter aus Neigung. Der eine kämpft, der andere wird gehätschelt.

Beide sind auf ihre Art missverstanden worden von den Deutschen, zum Teil grotesk. Schiller als Dichter des bieder Bürgerlichen oder Dämonischen, Goethe als Repräsentant des deutschen Reichs.

Biografie, die man gelesen haben sollte:

Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft
Goethe und Schiller: Geschichte einer Freundschaft
von Rüdiger Safranski

Weblink:

Das Weimar-Gefühl - kaffeehaussitzer.de

Samstag, 13. Juli 2024

Die Kuppelbasilika Hagia Sophia


Die Hagia Sophia - oder auch Sophienkirche - ist eine von 532 bis 537 n. Chr. erbaute ehemalige byzantinische Kirche, die später auch als Moschee und Museum genutzt wurde. Es handelt sich um einen vieltürmigen Kuppelbau. Die Hagia Sophia befindet sich in Eminönü, einem Stadtteil im europäischen Teil Istanbuls. Im Innenraum der Kirche sich der Marmorfußboden sowie die Marmorsäulen und zahlreiche ornamentale Mosaiken.

Nach dem Niederbrennen zweier Vorläuferbauten verfolgte Kaiser Justinian mit dem Bau einer Kuppelbasilika im 6. Jahrhundert n. Chr. ein besonders ambitioniertes baupolitisches Programm. Sie ist dabei nicht nur die letzte der spätantiken Großkirchen, die seit Konstantin dem Großen im Römischen Reich errichtet wurden, sondern gilt in ihrer architektonischen Einzigartigkeit oft als eine Kirche ohne Vorbilder und ohne Nachahmung.


Es war Kaiser Justinian, der den grandiosen Plan zu einem völligen Neubau der Großen Kirche von den Fundamenten an fasste. Die Bauarbeiten dauerten fünf Jahre (532-537) und am 27. Dezember 537 konnte Patriarch Menas die wunderbar gelungene Kirche einweihen. In der Hagia Sophia haben ihre Architekten Anthemios von Trallos (gest. 534) und Isidoros von Milet einen der gewaltigsten und beeindruckendsten Innenräume der gesamten Architekturgeschichte geschaffen.

Die Hagia Sophia gehört zu einem Übergangstypus der Kuppelbasilika. Ihr herausragendstes Merkmal ist die von vier massiven Eckpfeilern getragene Kuppel, von denen jeder an der Basis etwa 100 Quadratmeter misst. Die darauf ruhende gewaltige Kuppel wird von vier einbögigen Fenster durchbrochen. So können Ströme von Licht in den Raum der Kirche einfließen und ihn ganz erleuchten, wodurch die Massen des Baus gleichsam aufgelöst werden und der Eindruck eines unendlichen Raumes entsteht.

Die Kuppel der Hagia Sophia bleibt mit ursprünglich 33 Metern Spannweite bis zum heutigen Tage die größte über nur vier Tragepunkten errichtete Ziegel-Kuppel der Architekturgeschichte.

Die Hagia Sophia in Istanbul soll seit 2020 vom Museum zur Mosche umgebaut werden.
Das oberste Verwaltungsgericht der Türkei hat am 10. Juli 2020 entschieden, dass die Hagia Sophia künftig wieder als Moschee genutzt werden darf. Auf Anordnung des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan findet das erste islamische Gebet am 24. Juli statt.

Weblink:

Hagia Sophia - http://relilex.de

Die Hagia Sophia in Istanbul soll vom Museum zur Mosche umgebaut werden. - Youtube

Hermann Hesse als Maler

Hermann Hesse Acquarell

"Nicht, daß ich mich für einen Maler hielte, aber das Malen ist wunderschön. Man hat nachher nicht wie beim Schreiben schwarze Finger, sondern rote und blaue", so Hermann Hesse 1925. Im Alter von 40 Jahren, mitten im Ersten Weltkrieg, hat Hermann Hesse zu malen begonnen. Es war ihm ein Ausweg in den bittersten Zeiten seines Lebens. Anfänglich illustrierte er seine eigenen Gedichte und verkaufte sie als bibliophile Raritäten. Die meist kleinen, sehr expressionistischen Aquarelle mit ihrer Farbigkeit waren für Hesse ein Ausgleich, eine Art Ausruhen vom Schreiben, ja um Distanz von der Literatur und der Welt zu gewinnen.

Seit seinen autodidaktischen Anfängen im Ersten Weltkrieg, die dem damals Vierzigjährigen eine schwere Krise zu überwinden halfen, hat Hesse bis ins hohe Alter etwa zweitausend Aquarelle gemalt. Die meisten von ihnen sind Liebeserklärungen an die farbenfrohen Landschaften seiner Tessiner Wahlheimat und ihren damals noch unerschöpflichen Reichtum an zauberhaften Motiven.

Farbe ist Leben
Farbe ist Leben


"Aus der Trübsal, die oft unerträglich wurde, fand ich einen Ausweg für mich, indem ich, was ich nie im Leben getrieben hatte, anfing zu zeichnen und zu malen. Ob das objektiv einen Wert hat, ist einerlei; für mich ist es neues Untertauchen in den Trost der Kunst, den die Dichtung mir kaum noch gab. Hingegebensein ohne Begierde, Liebe ohne Wunsch."

Aus einem Brief an Felix Braun, 1917

"Meine kleinen Aquarelle sind eine Art Dichtungen oder Träume, sie geben von der ‚Wirklichkeit' bloß eine ferne Erinnerung und verändern sie nach persönlichen Gefühlen und Bedürfnissen (...), dass ich (...) nur ein Dilettant bin, vergesse ich nicht."

Aus einem Brief an Helene Welti, 1919

Farbe ist Leben
Farbe ist Leben

"Jeder von uns Künstlern, auch wenn er viel an sich zweifeln muss und sein Talent und Können als scheußlich klein empfindet, hat einen Sinn und eine Aufgabe und leistet, wenn er sich treu bleibt, an seinem Ort etwas, was nur er zu geben hat. Wenn Du mit mir im Tessin malst, und wir beide das gleiche Motiv malen, so malt jeder von uns nicht so sehr das Stückchen Landschaft als vielmehr seine eigene Liebe zur Natur, und vor dem gleichen Motiv macht jeder etwas anderes, etwas Einmaliges. (...) Und wie viele Maler, die für Stümper oder für Barbaren in der Kunst galten, erwiesen sich nachher als edle Kämpfer, deren Werke den Nachfolgern oft tröstlicher sind und inniger geliebt werden als die größten Werke der klassischen Könner!"

Aus einem Brief an Bruno Hesse, 1928

Hermann Hesse Acquarell

"In meinen Dichtungen vermisst man häufig die übliche Achtung vor der Wirklichkeit, und wenn ich male, dann haben die Bäume Gesichter und die Häuser lachen oder tanzen oder weinen, aber ob ein Baum ein Birnbaum oder eine Kastanie ist, kann man meistens nicht erkennen. Diesen Vorwurf muss ich hinnehmen. Ich gestehe, dass auch mein eigenes Leben mir sehr häufig wie ein Märchen vorkommt. Oft sehe oder fühle ich die Außenwelt mit meinem Inneren in einem Zusammenhang und Einklang, den ich magisch nennen muss."

Aus: Kurzgefasster Lebenslauf, 1925


Im April 1933, nachdem Hesse aus der Casa Camuzzi in die Casa Rossa gezogen war, besuchte der junge Gunter Böhmer Hermann Hesse und richtete sich in der Casa Camuzzi ein. Zehn Jahre später, 1943, siedelte der Maler Hans Purrmann, Schüler von Henri Matisse, nach Montagnola über und zog einige Zeit später ebenfalls in die Casa Camuzzi. Mit beiden Malern und Zeichnern verband Hesse eine ihn beglückende Künstlerfreundschaft. Böhmer unterstützte Hesse bei dessen Bemühungen, sich künstlerische Techniken und die Gesetze unterschiedlicher Perspektivdarstellungen anzueignen.


Weblinks:

Hesse über Malerei - www.hermann-hesse.de

Stufen - Youtube


Literatur:

Farbe ist Leben
Farbe ist Leben
von Hermann Hesse


Farbe ist Leben
Farbe ist Leben
von Hermann Hesse

Blog-Artikel:

- Kulturwelt-Blog - culturwelt.blogspot.com


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Samstag, 29. Juni 2024

Český Krumlov - romantische Stadt an der Moldau










Die Stadt Český Krumlov liegt an beiden Ufern der Moldau, die an dieser Stelle eine Flussschleife bildet, von der sich die Ortsbezeichnung „krumme Au“ ableitet, auf einer Höhe von 509 m über dem Meeresspiegel, etwa 58 km nördlich der österreichischen Stadt Linz. An dem Schleifenbogen liegt die Altstadt und auf dem Felsen thronend gegenüber das Schloß.

Das historische Stadtzentrum ist seit 1992 Weltkulturerbe.Die Innenstadt befindet sich rechtsseitig des Flusses in der Flussschleife; nördlich davon liegen linksseitig der Moldau auf dem Sporn zwischen der Moldau und ihrem Zufluss Polečnice (Blätterbach) das Schloss.



Nur wenige Städte auf der Welt haben sich wie Böhmisch Krumau ihren mittelalterlichen Renaissance-Charme bewahrt.


Das Städtchen, über dem die prächtige Burg thront, hütet bis heute zahlreiche uralte Geheimnisse und an jeder Ecke sind stumme Zeugen ruhmreicher Ereignisse zu sehen. Dazu gehören auch die Abenteuer des mächtigsten böhmischen Adelsgeschlechts, der Herren von Rosenberg, die wegen ihres schönen Wappens, auf dem eine fünfblättrige Rose dargestellt ist, auffallen. Dreihundert Jahre residierte dieses Adelsgeschlecht auf der Burg in Böhmisch Krumau und machte aus ihr einen prächtigen Renaissance-Herrschaftssitz, der der Prager Burg in nichts nachstand.

Zu den Sehenswürdigkeiten der Stadt gehören Schloss Český Krumlov, die St. Veri-Kirche, das Minoriten- und Klarissenkloster, das Rathaus und die Mantelbrücke.

Das Schloss Český Krumlov ist nach der Prager Burg der zweitgrößte historische Bau in Tschechien und umfasst eine Gesamtfläche von zehn Hektar.

Die Sankt-Veit-Kirche von 1309 wurde 1407 bis 1439 umgebaut. Der Chor wurde vor 1500 von der Bauhütte des Hans Gezinger errichtet, die seit 1497 in Krumau tätig war. Der Hauptaltar wurde 1673–1683 neu geschaffen und die Kirche 1725–1726 barockisiert. In der Kirche befand sich die Plastik der „Krumauer Madonna“, die um 1390 geschaffen wurde und die sich heute im Kunsthistorischen Museum in Wien befindet.

Das Minoriten- und Klarissenkloster mit der Kirche Corpus Christi und Mariä Schmerzen wurde im 14. Jahrhundert errichtet und 1649–1681 barock umgestaltet.

Das Rathaus entstand um 1580 durch die Verbindung zweier älterer Häuser.

Die Mariensäule auf dem Marktplatz wurde 1716 errichtet.

Die Mantelbrücke wurde 1767 als ein dreigeschossiger Verbindungsgang zwischen Residenz, Garten und Theater geschaffen.

Die mittelalterliche Stadt bietet eine Zeitreise in die Vergangenheit. Die in uralten Kellergewölben untergebrachten Kneipen erinnern ebenfalls an das raue Mittelalter und ermöglichen so eine Zeitreise in die Vergangenheit.

Weblink:

https://czechtourism.com/tourists/stories/cesky-krumlov/?lang=de-DE Ein unendliches Märchen

Onsernonetal - eines der wildesten Täler der Südschweiz


Das Onsernonetal ist eines der faszinierendsten und wildesten Täler der Südschweiz. Urwaldähnliche Wälder überdecken die steilen Hügel, auf deren Anhöhen sonnenverwöhnte Dörfer thronen.

Bis auf 900 Höhenmeter gedeihen Palmen, Reben, Mimosen, Feigenkakteen und Edelkastanien. Das milde Klima, die Ruhe und urtümliche Natur haben schon Künstler und Intellektuelle wie Max Ernst, Kurt Tucholsky und Max Frisch angezogen.

Dort wo die afrikanische Kontinentalplatte auf die europäische stößt, liegt der "wilde Süden" der Schweiz. Westlich von Locarno gelegen, gilt das Onsernonetal als Favorit für einen Tessiner Nationalpark.

«Ausserhalb von allem»: Treffender hätte Schriftsteller Max Frisch das Onsernonetal nicht beschreiben können. Auf einsamen Wegen durch dichte Wälder kommt der Wanderer zur inneren Einkehr, während das Rauschen der Bäche sein ständiger Begleiter ist.

Weblink:

Onsernone (TI): Die Stille des Onsernonetals geniessen - www.schweizerfamilie.ch

Donnerstag, 27. Juni 2024

Giorgio Vasari 450. Todestag

Giorgio Vasari

Giorgio Vasari starb am 27. Juni 1574 in Florenz. Vasari war ein italienischer Architekt, Hofmaler der Medici und Biograf italienischer Künstler, darunter Leonardo da Vinci, Raffael und Michelangelo.

Schon als junger Mann zeichnete er bedeutende Werke für die eigene Arbeit als Maler ab und sammelte später auf vielen Reisen durch Italien weitere Daten und Skizzen.

Mit dem republikanischen Umsturz von 1527 floh Vasari aus Florenz in seine Heimatstadt Arezzo, wo er erste Aufträge erhielt. 1530 war er erstmals in Rom, ab 1531 arbeitete er wieder im Auftrag der Medici.

Er gilt durch seine Schriften über das Leben und Werk zeitgenössischer Meister als einer der ersten Kunsthistoriker. Sein Hauptwerk sind die Leben der hervorragendsten Künstler - kurz: »Vite« - erstmals erschienen 1550 und im Laufe der Jahre erweitert. Sie sind ein unentbehrliches Quellenwerk gerade für die Kunst der Renaissance.

Vasari lässt den Betrachter eintauchen in die Welt der Renaissance. 1550 veröffentlichte er in Florenz sein berühmtes Werk »Lebensbeschreibungen der herausragenden Architekten, Maler und Bildhauer Italiens«.

Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
Die Kunst der italienischen Renaissance:
Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung


Vasaris künstlerisches Schaffen liegt in der Zeit der Hochrenaissance, Kennzeichnend sind Vasaris Nähe zur Antike und seine lebenslange Verbundenheit zu den Idealen der Renaissance.


Georgio Vasari ist der Architekt des »Palazzo degli Uffizi«, ein seit 1560 für die florentinische Stadtverwaltung erbauter Palast, der heute eine der berühmtesten Kunstsammlungen mit Werken der Malerei und Plastik, besonders der florentinischen Renaissance, birgt.

Giorgio Vasari war der Erste, der den Ruhm der Renaissance-Künstler aus Florenz verbreitete. Geboren wurde der Univeralkünslter Vasari am 30. Juli 1511 in Arezzo.

Literatur:

Giorgio Vasari: Der Erfinder der Renaissance
Giorgio Vasari: Der Erfinder der Renaissance
von Gerd Blum

Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
Die Kunst der italienischen Renaissance: Architektur - Skulptur - Malerei - Zeichnung
von Rolf Toman


Samstag, 22. Juni 2024

Goethe-und-Schiller-Denkmal in Weimar


Das Goethe-und-Schiller-Denkmal, das seit 1857 vor dem Hoftheater, dem heutigen Deutschen Nationaltheater, auf dem Theaterplatz in Weimar steht, ist in der Sockelinschrift dem „Dichterpaar Goethe und Schiller“ zugeeignet. Das bronzene Doppelstandbild des Dresdner Bildhauers Ernst Rietschel (1804-1861) zeigt die beiden Dichter nebeneinander stehend. Die Gestalt des älteren Goethe zur Rechten trägt einen Hoffrack. Das linke Bein, das an einem Eichenstamm lehnt, ist nach vorne hin ausgestellt, während das rechte Bein etwas zurückversetzt ist. Goethes Blick ist gravitätisch. In der rechten Hand hält er einen Lorbeerkranz, die linke Hand ruht auf Schillers Schulter. Die Figur Schillers, jugendlich dargestellt, im langen Gehrock mit teils offener, überschlagener Weste, den Blick sehnsuchtsvoll in die Ferne gerichtet, nimmt die gleiche Standposition ein wie Goethe. In seiner linken Hand hält Schiller eine Schriftrolle und greift mit der rechten, nahezu abwesend, den Lorbeerkranz, den Goethe ihm entgegenzuhalten scheint.

Das Denkmal drückt das bis heute fest etablierte Bild dieser beiden Genien deutschen Geistes aus: eine Freundschaft auf Augenhöhe, die sich wechselseitig befruchtet und stützt. Ein Komplement, dessen Einmaligkeit der Staat viel zu verdanken hat. Symbol dafür ist die deutsche Eiche, an der die Figur Goethes lehnt. Die Eiche verbindet sich wie kein anderer Baum mit der deutschen Geschichte. Aufgrund ihrer Robustheit wurde sie zum Symbol für Treue und Standfestigkeit: Eigenschaften, die sich auch militärisch und national als deutsche Tugenden fruchtbar machen ließen. Mit der Reichsgründung 1871 im Spiegelsaal von Versailles wurde die Eiche offiziell zu einem Nationalsymbol erhoben. In dem dargestellten Eichenstamm drückt sich somit die Beziehung der beiden Dichter zueinander aus, zugleich wird jedoch auch ihre Bedeutung für den deutschen Nationalstaat und die deutsche Geistesgeschichte hervorgehoben.

Die Darstellung sucht sämtliche Dissonanzen in der Beziehung Goethes und Schillers zu retuschieren: Obwohl Schiller wesentlich größer war als Goethe, wurde die Größe der beiden Männer hier angeglichen. Im Verhältnis zu Schiller verbot es sich, den ‚Dichterfürsten‘ kleiner darzustellen. Um die Diskrepanz zwischen der Körpergröße Goethes und seiner kulturhistorischen Bedeutung aufzuheben, wurden die beiden Dichter als gleich groß dargestellt. Dennoch wird der Darstellung mit dem Lorbeerkranz ein Hierarchisierungselement hinzugefügt: erscheinen hier doch nicht beide Dichter als lorbeerbekränzt. Vielmehr ist es Goethe, der Schiller in einem Akt der Teilhabe und Anerkennung den Lorbeerkranz hinzureichen scheint. Die bestehende Konkurrenzsituation wird somit ebenfalls freundschaftlich gelöst.

Weblink:

Die Anfänge des Dichterbundes

Havelschlösser

Blick auf die Pfaueninsel

Preußens Könige und Prinzen schätzten schöne Aussichten. Am Ufer der Havel bauten sie ihre Sommerschlösser und Parks. Die Schlösser an der Havel bilden eine Kulturlandschaft, die als Ensemble einmalig in Europa ist. Die Landschaft an der Havel ist das preußische Arkadien.

Das Belvedere auf dem Pfingstberg, das einzig und allein wegen der atemberaubenden Aussicht erbaut wurde, das Marmorpalais und der Neue Garten, über denen ein Hauch von Sentimentalität schwebt, das Schloss Cecilienhof, in dem deutsche Geschichte geschrieben wurde, die Schlossanlage in Glienicke, mit der sich ein junger Prinz seinen Traum von Italien erfüllte, Schloss und Park Babelsberg, wo Wilhelm I. sich sein mittelalterliches Zuhause schuf, und die Pfaueninsel, ein paradiesisches Kleinod mit luftigem Sommerschlösschen und exotischen Tieren.

Kronprinz Wilhelm ließ sich eine Sommerresidenz im italienischen Landhausstil mit Blick auf die Riviera einer Havelbucht am Havelufer errichten. In einer Bucht liegt der Nachbau einer Fregatte vor Anker, die zwar nicht seetüchtig ist, dafür aber den Anblick auf die Havel verschönert.

Die "Royal Louise", ein originalgetreuer Nachbau der Minifregatte, die Friedrich Wilhelm III. vom englischen König geschenkt bekam, begleitet die reizvolle Reise durch das preußische Arkadien. Ein Augenschmaus mit ungewöhnlichen Ein- und Ausblicken.

Weblink:

Die Havel-Schlösser von oben - www.rbb-online.de


Blick auf die Pfaueninsel



Die Renaissance war eine Zeitenwende

Botticelli Venus

Die Renaissance löst im 14. Jahrhundert eine wirtschaftliche, wissenschaftliche, technische, gesellschaftliche, religiöse und kulturelle Entwicklung aus, die einzigartig in der Geschichte ist.

Sie schafft einen neuen Typus Mensch, der nicht mehr nur glauben will, sondern den Dingen "auf den Grund" geht und der sich selbst als ein "göttliches Wesen" begreift. Die Dokumentation fahndet nach den Faktoren wie die Zerstörung Konstantinopels oder die Pest.

Oströmische Gelehrte bringen das verlorene Wissen der Antike in den Westen, lösen Innovationsschübe in allen Fakultäten aus. Doch die Renaissance ist mehr als die "Wiedergeburt der Antike", denn sie wird die Kenntnisse der Antike überflügeln.

Die Dokumentation analysiert die Kettenreaktion des Fortschritts und ihre Auswirkung auf die Gegenwart. Sie wagt den Brückenschlag von der (Wieder-)Erfindung der Zentralperspektive zu CAD-Systemen, von Leonardos Maschinen-Mensch zu autonomen Roboter-Kickern. Auch Global Player, Großbanken oder Massenkommunikation gab es schon in der Renaissance.

"Der Renaissance-Faktor" erzählt Geschichte phänomenologisch und erweitert die visuellen Instrumente der Dokumentation durch szenische "Zeitreisen" zu den Wendepunkten der Geschichte.

Weblink:

Zeitenwende - Die Renaissance - www.3sat.de

Das Dorf Vézelay im Burgund


Das alte Dorf Vézelay schmiegt sich sanft um einen Hügel, auf dessen Kuppe die Kirche liegt. Vezelay im Burgund ist ein Zentrum des Christentums seit dem Mittelalter ist es auch ein Sammelpunkt der Pilgerfahrt nach Santiago de Compostela. Die Basilika Sainte-Madeleine und das Dorf sind als Weltkulturerbe von der UNESCO klassifiziert. Vézelay ist Teil der "schönsten Dörfer Frankreichs". Das Städtchen darf sich "un des plus beaux villages de France" nennen - eines der schönsten Dörfer Frankreichs.

Umgeben von Feldern und sanften Hügeln liegt das Gewirr der Gassen auf einem langgestreckten Bergrücken am Fuße des Morvan, Burgunds waldreichem Mittelgebirge. Über die steile, von Weinläden, Souvenirgeschäften und Restaurants gesäumte Rue St. Pierre schieben sich keuchend die Tagestouristen hinauf zur Place de la Basilique.

Die über tausendjährige Geschichte des Ortes begann im Jahr 858/859 mit der Gründung einer Benediktinerabtei durch Gerhard (Girard) II., Graf von Vienne, in einer Tallage unterhalb des heutigen Ortes (heute Saint-Père sous Vézelay). Das Kloster, zu Anfang ein Frauenkloster, wurde gemäß der Gründungsurkunde zu Ehren Christi und der Jungfrau Maria errichtet, als Schutzheilige kamen bereits in früher Zeit auch die Apostel Petrus und Paulus hinzu. Ausgestattet mit königlichen und päpstlichen Privilegien und von Papst Nikolaus I. mit Reliquien der Heiligen Pontianus und Andeolus beschenkt, wurde es in den folgenden Jahren in ein Männerkloster umgewandelt.

Im 12. Jahrhundert rief Bernhard von Clairvaux die Christen zum zweiten Kreuzzug auf. Als Hüter der Reliquien der heiligen Magdalena entwickelt das Dorf eine große spirituelle Anziehungskraft für Wallfahrer auf den Pilgerwegen nach Santiago de Compostela. Vézelay war nicht nur Sammelort der Pilger, sondern auch der Ritter aus ganz Europa.

In seiner Blütezeit lebten in Vézelay fast 10.000 Einwohner und Pilger aus allen Teilen Europas, heute sind es noch 700 Bewohner. In den hohen Kellergewölben des Ortes waren damals mehr Menschen untergebracht als in den beengten Häusern. Der Niedergang kam jedoch schnell. Nach den Verwüstungen zur Zeit des Hundertjährigen Kriegs wurde die Stadt von den Religionskriegen weiter geschwächt. Nach der Französischen Revolution diente die Basilika für kurze Zeit als Steinbruch. Prosper Mérimée kann sie gerade noch vor dem völligen Verfall retten.

Fassade der Basilika Sainte-Marie-Madeleine
Der Wallfahrtsort Vézelay in Burgund gehört zu den fünf Stätten, die 1979 als Erste in Frankreich ins Weltkulturerbe der UNESCO aufgenommen wurden.

Zu den Sehenswürdigkeiten gehört die Basilika Sainte-Marie-Madeleine, im 12. Jahrhundert erbaute romanische Basilika des Burgund, seit 1979 UNESCO-Welterbe. Die Kirche gehört zu den meistbesuchten Gotteshäusern Frankreichs - und zum Weltkulturerbe. Die Porte Neuve, ein gut erhaltenes Stadttor mit massivem Turm aus dem Spätmittelalter. Die Chapelle la Cordelle, früher Chapelle Sainte-Croix genannt, wurde kurz nach seiner Kreuzzugspredigt im Jahre 1146 von Bernhard von Clairvaux errichtet. Die Kapelle befindet sich am Fuße des Hügels, auf dem Vézelay liegt.

Das Dorf hat Dichter, Schriftsteller und Künstler magisch angezogen. Das Dorf im Burgund gilt als Ort der Schriftsteller und Rebellen. Zu den Schriftstellern, die hier lebten, gehören Romain Rolland (1866–1944), Autor, Literaturnobelpreisträger 1915 und Jules Roy. Haben nicht Generationen von Künstlern und Schriftstellern hier ihren Ort der Erleuchtung gefunden? Gläubige, Schöngeister und Dichter - sie alle atmen hier den Geist der Romanik. Gläubige, Schöngeister und Dichter - sie alle atmen hier den Geist der Romanik.

Das Haus des Schriftstellers Jules Roy. Mit seinen Fenstern, von denen man auf die Basilika sieht, ist das Arbeitszimmer von Jules Roy, gestorben im Juni 2000, erhalten, wie der Schriftsteller es hinterlassen hat.


Weblinks:

Das Dorf Vézelay - Tourisme en Bourgogne - www.burgund-tourismus.com

Vézelay - Tourismus, Urlaub & Wochenenden - www.france-voyage.com

Reims - die alte Krönungsstadt der französischen Könige

Kathedrale Notre-Dame de Reims

Reims ist eine Stadt in der Champagne im Nordosten Frankreichs, etwa 130 Kilometer von Paris entfernt. Reims ist Sitz eines Erzbischofs und besitzt seit 1971 eine Universität. Berühmt ist die Stadt für ihre Kathedrale Notre-Dame de Reims und den Champagner, der aus den Trauben der dortigen Weinberge hergestellt wird.

Reims besitzt hohe symbolische Bedeutung, als es den Franzosen unter Jeanne d'Arc während des Hundertjährigen Krieges gelang, die Engländer, die den Norden des Landes besetzt hatten, zurückzudrängen und Reims zurückzuerobern, wo dann Karl VII. im Jahre 1429 gekrönt werden konnte. Stadtrechte sind für Reims seit 1139 dokumentiert.

Die Kathedrale Notre-Dame de Reims gilt als eine der architektonisch bedeutendsten gotischen Kirchen Frankreichs. Vom 12. bis zum 19. Jahrhundert wurden hier die französischen Könige gekrönt. Die französischen Könige wurden in der Kathedrale von Reims gekrönt und das schon beginnend mit den Franken (Chlodwig). Der einzige Herrscher, der in Notre-Dame als Kaiser gekrönt wurde, war Napoleon - und dieser hat sich dort selbst gekrönt.

Infolge der französischen Revolution wurde die Provinz Champagne aufgelöst und Reims dem Département Marne zugeordnet. Mit der Herrschaft Napoleons verlor die alte Krönungsstadt an politischer Bedeutung. Die Krönung Napoleons erfolgte, anders als die der französischen Könige, nicht in Reims, sondern in Paris.
Die wichtigsten Plätze in Reims sind der Place Royale („Königlicher Platz“) mit einer Statue von Ludwig XV., und der Place du Parvis („Parvisplatz“) mit einer Statue von Jeanne d'Arc. Die wichtigste Hauptstraße, Rue de Vesle, durchquert die Stadt von Südwesten nach Nordosten und kreuzt dabei den Place Royale.

Die Kathedrale Notre-Dame de Reimszählt seit 1991 neben dem Palais du Tau und der Basilika Saint-Remi zum UNESCO-Weltkulturerbe. Die Kathedrale in Reims ist übrigens auch sehr sehenswert mit den Chagall-Fenstern und ihrer gotischen Pracht.

Der Palast des Erzbischofs wurde zwischen 1498 und 1509 erbaut. Er beherbergte die französischen Könige bei ihren Krönungsfeierlichkeiten.

Die Uffizien in Florenz

Galleria degli Uffizi.jpg

Die Uffizien sind ein Museumskomplex in Florenz, darunter die Statuen- und Gemäldegalerie (ehemals Palazzo degli Uffizi), der Vasari-Korridor und die Palazzo Pitti-Sammlungen.

Die drei einheitlichen Galerien bilden für die Quantität und Qualität der Werke eines der wichtigsten Museen der Welt. Es gibt die bedeutendste Sammlung von Raffaello und Botticelli sowie grundlegende Werkgruppen von Giotto, Tiziano, Veronese, Tintoretto, Pontormo, Bronzino, Caravaggio, Dürer, Rubens und anderen.

Während sich im Pitti-Palast Gemälde des 16. und des Barocks (von Giorgione bis Tizian, von Ribera bis Van Dyck), aber auch aus dem Italienischen des 19. und 20. Jahrhunderts konzentriert, beherbergt der Vasari-Korridor nun einen Teil der Sammlung der Selbstporträts (über 1.700). , die bald in die Statuengalerie verschoben wird. Unter den anwesenden Selbstporträts sind die von Holbein, Rembrandt, Velázquez, Reynolds, David, Corot, Ingres, Delacroix, Sargent, Chagall und Ensor.

Die Statuengalerie beherbergt eine Sammlung von unschätzbaren Kunstwerken, die als Kernstück aus den Sammlungen der Medici stammt, die im Laufe der Jahrhunderte durch Vermächtnisse, Austausch und Spenden bereichert wurden, darunter eine grundlegende Gruppe religiöser Werke, die aus den Unterdrückungen von Klöstern und Klöstern stammen Klöster zwischen dem achtzehnten und neunzehnten Jahrhundert.

Die Ausstellung ist in verschiedene Räume unterteilt, die in chronologischer Reihenfolge für Schulen und Stile eingerichtet wurden. Sie zeigt Werke aus dem 12. bis 18. Jahrhundert mit der weltweit besten Sammlung von Renaissance-Werken. Im Inneren befinden sich einige der größten Meisterwerke der Menschheit, die von Künstlern wie Cimabue bis Caravaggio, Giotto, Leonardo da Vinci, Michelangelo, Raffael, Mantegna, Tizian, Parmigianino, Dürer, Rubens, Rembrandt, Canaletto geschaffen wurden und Sandro Botticelli. Von großem Wert ist auch die Sammlung antiker Statuen und vor allem die der Zeichnungen und Druckgrafiken, die im gleichnamigen Gabinetto aufbewahrt werden und eine der auffälligsten und wichtigsten der Welt sind.

Im Jahr 2016 verzeichnete es 2 010 631 Besucher und ist damit das vierthäufigste staatliche Museum in Italien, hinter dem Pantheon, dem archäologischen Rundgang des Kolosseums, dem Forum Romanum und dem Palatin und den archäologischen Ausgrabungen von Pompeji.

Freitag, 21. Juni 2024

St. Petersburg - die Stadt Zar Peters des Großen








St. Petersburg

St. Petersburg liegt im Nordwesten Russlands am Ostende des Finnischen Meerbusens - dort, wo die Newa in den Finnischen Meerbusen mündet. Es ist die nördlichste Millionenstadt der Welt. Die Stadt St. Petersburg trägt voller Stolz wieder den historischen Namen ihres herrschaftlichen Gründers: Zar Peter der Große.

Die prächtige Stadt an der Newa versprüht den imperialen Glanz des Zarenreiches. Die historische Innenstadt mit 2.300 Palästen, Prunkbauten und Schlössern ist seit 1991 als Weltkulturerbe der UNESCO. In dieser Vielfalt ist St. Petersburg weltweit nur noch mit der Lagunenstadt Venedig vergleichbar. »Venedig des Nordens« wird die Stadt daher auch genannt.

St. Petersburg

Die Stadt geht auf die Gründung des Zaren Peter des Großen zurück, der sein Land dem Westen öffnen wollte. Der geltungssüchtige Zar wollte hier ein Fenster zum Westen öffnen. Die Peter-Paul-Festung ist der Geburtsort der Stadt. Peter der Große und seine Nachfolger wollten mit St. Petersburg unbedingt die schönste Stadt des Landes schaffen.


St. Petersburg ist am Wasser gebaut und das Wasser ist ihr eigentliches Element. Die Metropole auf dem Wasser entfaltet vor allem im Sommer ihre Schönheit. In der Zeit der Sommersonnenwende umhüllt weißes Licht St. Petersburg. Dann lohnt sich ein Besuch des Newa-Ufers, wo im Sommer allnächtlich zwischen 2 und 5 Uhr die Brücken hochgeklappt werden, um den Schiffsverkehr passieren zu lassen – während den Weissen Nächten ein beliebtes Spektakel, das sich Touristen nicht entgehen lassen sollten.

Sankt Petersburg ist eine Stadt reich an Kultur, in der Kunstsammlungen, Theater, Literatur, Ballett und Musik Weltgeltung besitzen. Die Stadt weist nach eigenen Angaben 221 Museen auf. Darüber hinaus gibt es 45 Galerien und Ausstellungshallen sowie 80 Kulturhäuser.

Die Eremitage am Ufer der Newa gelegen, ist mit drei bis vier Millionen Besuchern im Jahr der bestbesuchte und wohl international wichtigste Ausstellungskomplex. Sie gehört zu den bedeutendsten Kunstmuseen der Welt. Sie beherbergt eine immens große Sammlung der europäischen bildenden Kunst bis 1917 sowie die weltweit größte Juwelensammlung. Das Museum nimmt fünf Bauten in Anspruch mit einer Gesamtausstellungsfläche von 57.475 m² und einer Lagerfläche von 45.000 m². Der Winterpalast, in dem sich ein Großteil der Sammlung befindet, ist dabei eine eigene Sehenswürdigkeit.

Dreißig südlich von Sankt Petersburg liegt der Peterhof, die Sommerresidenz des Zaren, in einem weitläufigem Park gelegen.

Sankt Petersburg war einer der Austragungsorte der Fußball-Weltmeisterschaft 2018. Hierzu wurde in der Stadt das neue Krestowski-Stadion errichtet, das ebenfalls für den FIFA-Konföderationen-Pokal 2017 genutzt wurde.

Literatur:

St. Petersburg MM-City: Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps
St. Petersburg MM-City: Reisehandbuch mit vielen praktischen Tipps
von Marcus X. Schmid

Vis a Vis Reiseführer Sankt Petersburg
Vis a Vis Reiseführer Sankt Petersburg
von Christopher Rice, Melanie Rice und Demetrio Carrasco

St. Petersburg
St. Petersburg
von Otto Luthardt (Autor) und Max Galli (Fotograf)